Berlin, 16.12.2022, von OV-Stab

Havarie des Großaquariums „Aquadom“ im Radisson Blue Hotel Berlin-Alexanderplatz

Am heutigen Freitag havarierte gegen 5:45 Uhr das Großaquarium „Aquadom“ im Radisson Blue Hotel Berlin-Alexanderplatz. In der Folge kam es zum Bersten des Aquariums, welches mit 1.000.000 Litern Salzwasser und ca. 1.500 exotischen Fischen gefüllt war. Auch mehrere Berliner THW-Ortsverbände waren an dem Großeinsatz beteiligt.

Am frühen Morgen gegen 7:45 Uhr wurde der THW-Ortsverband Berlin Friedrichshain-Kreuzberg zur Unterstützung bei einer Technischen Hilfeleistung der Berliner Feuerwehr am „DomAquarée Berlin“ alarmiert. Dort ist das Großaquarium „Aquadom“ havariert. Zunächst wurde ein THW-Fachberater an die Schadenstelle entsendet, um gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr die weiteren Maßnahmen zur Schadenbekämpfung abzustimmen. Nach einer ersten Lageerkundung in und an dem Gebäude des Radisson Blue Hotels Berlin-Alexanderplatz war sehr schnell klar, dass es zu massiven Schäden an der Inneneinrichtung des Gebäudes kam. Um die Schäden und die Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes besser beurteilen zu können, wurde umgehend ein THW-Baufachberater aus dem THW-Ortsverband Berlin Lichtenberg nachalarmiert. Zudem wurden weitere THW-Fachgruppen zur Schadenbekämpfung nachgefordert:

  • Fachgruppe Schwere Bergung (OV Berlin Friedrichshain-Kreuzberg)
  • Zugtrupp Fachzug Führung & Kommunikation (OV Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Bergungsgruppe (OV Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Bergungsgruppe (OV Berlin Spandau) mit Einsatz-Gerüst-System (EGS)
  • Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung (OV Berlin Spandau)
  • Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung (OV Berlin Mitte)
  • Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (OV Berlin Mitte)

 

Der THW-Baufachberater konnte keine gravierenden Schäden an dem Gebäude feststellen. Es kam zwar zu einer massiven Zerstörung der Ausstattung und Dekorationen sowie von Leichtbaukonstruktionen des Gebäudes, allerdings wurde keine Beschädigung an tragenden Elementen festgestellt.

Da nach Abschluss der Begutachtung durch den THW-Baufachberater keine Tätigkeiten mehr in den zerstörten Bereichen stattfinden mussten, wurden diese nach einer Lagebesprechung mit der Berliner Feuerwehr als nicht zu betreten eingestuft und entsprechend abgesperrt.

An einem Becken am Fuße des havarierten „Aquadom“ wurde durch die Mitarbeitenden des Aquariums noch ein weiteres Becken gemeldet, dass durch massive Trümmer versperrt war und in dem noch Süßwasserfische vermutet wurden. Hier wurde durch das THW eine Zuwegung geschaffen und entsprechend gesichert, um das Becken von den Trümmern zu befreien und die Fische retten zu können. Nach kurzer Zeit gelang schließlich die Rettung der Süßwasserfische (Koikarpfen) sowie einiger weiterer Salzwasserfische, die aus dem havarierten Großaquarium stammten.

Um die Arbeiten auch mit Eintritt der Dämmerung weiterführen zu können, hat das THW auch die Beleuchtung der Einsatzstelle übernommen und leuchtete u.a. für die eigenen Einsatzkräfte das Schadengebiet sowie für die Höhenrettung der Berliner Feuerwehr die Überreste des Großaquariums im Atrium aus.

Aufgrund des abfließenden Wassers kam es auch in umliegenden Gebäudeteilen zu Schäden. Im DDR-Museum wurde durch eine THW-Bergungsgruppe der Zustand der Leichtbaudecken überprüft und stellenweise geöffnet, um sich sammelndes Wasser schneller abbliesen lassen zu können. Das Museum hatte bereits eine Fachfirma zur Trocknung und zum Schutz des Kulturguts beauftragt. In der Tiefgarage des Gebäudes gab es im dritten Untergeschoss noch eine größere Menge stehendes Wasser in einem Kriechgang und in den Aufzugschächten. Hier wurde mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen und Pufferbecken aus dem EGS-Satz versucht, die betroffenen Bereiche trockenzulegen.

Der Zugtrupp des Fachzug Führung & Kommunikation übernahm die Abschnittsleitung des THW und koordinierte den Einsatz der THW-Kräfte.

Gegen 16:30 Uhr wurde die Einsatzstelle von der Berliner Feuerwehr an das THW übergeben. In Rücksprache mit dem Gebäudeeigentümer konnte die Einsatzstelle schließlich gegen 20:00 Uhr vom THW an den Eigentümer übergeben werden.


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